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| DDR-Oberliga 1968: Szene aus
dem Spiel SC Turbine Erfurt - ASK Vorwärts Crimmitschau. Links
die Erfurter Eckardt Hentschel und (hinten) Werner Belitz. |
"Weißt Du noch?" - die alten Geschichten
Erfurt (mao). "Weißt Du noch?" - alte Geschichten werden reichlich aufgewärmt, wenn das Orgbüro des Eishockey-Traditionsturniers am 16. und 17. April in Erfurt zusammensitzt, sind doch die Organisatoren um Werner Belitz, Dieter Fleischer oder Karl-Heinz Mortag doch Teil dieser Tradition. Mit dem Turnier, das die Erfurter
1997 aus der Taufe hoben und das nun an seinen Gründungsort zurückkehrt, wollen sie an ostdeutsche Eishockeygeschichte der fünfziger bis achtziger Jahre erinnern.
Schon vor den 2. Weltkrieg gab es im Bob-Club Erfurt eine Eishockeymannschaft, die u. a. an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1934 teilnahm. Die Sportart fand nach dem Krieg rasch wieder neue Freunde, zunächst auf Natureis, etwa auf den Tennesplätzen an der Rudolfstraße. 1950 spielte KWU Erfurt mit um die DDR-Meisterschaft; Anfang und Mitte der 50er Jahre spielten dann noch als BSG-Mannschaften Turbine und Motor in der zweiten Liga. Doch erst Ende der 50er Jahre begann mit den Klubs SC Turbine und ASK Vorwärts ein wirklicher Aufschwung, nachdem am 29. Dezember 1957 die vierte Kunsteisbahn der DDR übergeben worden war. Während der ASK Anfang der 60er Jahre von der Bildfläche verschwand (einige Spieler, darunter Lothar Fuchs, gingen nach Crimmitschau), etablierte sich der SC Turbine in der
DDR-Oberliga, belegte mehrmals Platz sechs.
Im Sommer 1970 beschloss die DDR-Sportführung, Eishockey in Erfurt und anderen Zentren nicht weiter zu fördern, die Spieler standen buchstäblich auf der Straße. Sie fanden sich bei der BSG Optima (später BSG HO) wieder zusammen und belegten bei der
DDR-Bestenermittlung (der Meisterschaft der Amateure) mehrmals vordere Plätze, so ein Titelgewinn (1973), drei zweite und zwei dritte Plätze. Einem erneuten Versuch, Eishockey in Erfurt von der Bildfläche zu verdrängen, widerstanden die Spieler 1982: Als das offene Stadion durch eine für Eiskunstlauf gedachte Trainingshalle ersetzt wurde, sollten zunächst Banden und Fangnetze fehlen. Fangnetze besorgten die Spieler in Eigeninitiative.
Auch nachdem die "Oldies" Anfang der 90er Jahre dem nun kommerziell geprägten Erfurter Einstieg in die gesamtdeutsche Szene noch erfolgreich "Entwicklungshilfe" gegeben hatten, bleiben sie am Puck: Als
Turbine-Haudegen treffen sich die Karger & Co. regelmäßig zum Training und einmal jährlich zum
Traditionsturnier. Rostock, Dresden, Halle, Crimmitschau und Berlin haben zugesagt, zahlreiche ehemalige DDR-Nationalspieler wie Patschinski, Peters, Kuhnke, Radant, Frenzel, Karger wollen zeigen, dass sie noch nicht alles verlernt haben. Und natürlich gibt es dann auch wieder viel zu erzählen nach dem Motto "Weißt Du noch?"
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