am 16./17. April 2005 in Erfurt
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DDR-Oberliga: Szene aus einem Spiel von 1969 zwischen dem SC Turbine Erfurt und dem TSC Berlin. Nr. 5: Knut Meisel (Erfurt), rechts Malte Thill (TSC).

DDR-Meisterschaft - bis 1970 kein Einerlei

Übersicht über Sieger und Platzierte aller DDR-Meisterschaften

Eishockey begeisterte schon bald nach dem 2. Weltkrieg nicht nur Spieler und Zuschauer, sondern auch die Funktionäre: Der rasanten Sportart wurde vergleichweise gute Förderung zuteil, der Bau von Kunsteisbahnen in Berlin, Rostock, Erfurt, Karl-Marx-Stadt, Weißwasser, Dresden und Crimmitschau zielte vor allem auf den Eishockeysport. Typisch für die Endvierziger und 50er Jahre war, dass Mannschaften wie Pilze aus dem Boden schossen (zeitweise bis zu 100 Vereine mit 5000 Spielern), teilweise auch ebensoschnell wieder verschwanden, manche Vereine geradezu jährlich neue Namen erhielten und teilweise ganze Mannschaften mit Mann und Maus verlegt wurden. Die dominierenden Hochburgen waren Frankenhausen/Crimmitschau, Weißwasser und Berlin, aber auch aus kleinen Orten kamen immer wieder Überraschungsmannschaften und gute Spieler (z. B. Geising, Jonsdorf/Zittau, Oberhof, Schierke), die dann in höherklassige Vereine wechselten. In den 60er Jahren kam Ordnung in die Szene, hinter einer leistungsstarken Oberliga mit zuletzt acht Klubs an Kunsteis-Standorten stand eine zweite Liga (die sogenannte Gruppenliga) mit 20 bis 30 Kunst- und Natureis-Mannschaften, örtlich gab noch Spielbetrieb auf Bezirksebene. Da vor allem in den Oberligaklubs sehr gute Nachwuchsarbeit geleistet wurde, stieg das Niveau des DDR-Eishockey, und man hätte wohl spätestens Mitte der 70er Jahre dauerhaft mit Schweden und Finnland konkurrieren können. 

Doch diese Zeit war dem DDR-Eishockey nicht vergönnt, die DDR-Sportführung wollte andere Akzente setzen und beschloss, Eishockey ab 1970 nicht mehr zu fördern. Hintergrund: Die DDR rang um diplomatische Anereknnung auch über den Sport und wollte sich auf diesem Wege auf medaillenträchtige Sportarten (in diesem Metier auf Eisschnelllauf) konzentrieren. Die Umstände der Abwicklung der Eishockeyszene waren teilweise radikal, einige Spieler und Trainer wechselten zum Eisschnelllauf, andere standen buchstäblich auf der Straße. 

Einzige Ausnahme: die Dynamo-Klubs Berlin und Weißwasser. Während ein Minister, der uns angeblich alle geliebt hat, diese beiden weiter finanzierte, begann für den Rest der Kampf ums Uberleben. Die DDR-Natioalmannschaft konnte - gemessen an der vorhandenen Basis - noch recht lange international gut mithalten. Das war zum einen der Tatsache zu schulden, dass nach 1970 fast alles, was ein Eishockeykönner war oder zu werden versprach (also auch Jugendspieler aus den anderen Klubs) nach Berlin und Weißwasser ging, andererseits dort wirklich professionell gearbeitet wurde - mit allen erlaubten und unerlaubten Mittel, die dem DDR-Leistungssport zur Verfügung standen. Die Schere zum Amateurbereich wurde jeodch immer größer. Dort konnte  mit wenigen Ausnahmen (Crimmitschau und einige sächsische Natureisvereine) kaum Nachwuchsarbeit betrieben werden, am Ende der DDR waren noch 20 Amateurevereine mit teils überalterten Kadern verblieben. Doch genau diese Vereine waren die Grundlage, auf der der Eishockeysport nach dem Mauerfall im deutschen  Osten relativ schnell wieder aufblühen konnte.

 Sieger und Platzierte aller DDR-Meisterschaften  

Meister Silber Bronze 4. Platz 5. Platz 6. Platz
1949 SG Frankenhausen Grün-Weiß Pankow SG Apolda SG Schierke    
1950 SG Frankenhausen Empor Berlin Kristall Weißwasser Textil Crimmitschau KWU Erfurt SG Schierke
1951 Ostgls. Weißwasser SG Frankenhausen Textil Crimmitschau Empor Berlin    
1952 Chem. Weißwasser Wism. Frankenhausen Forts. Crimmitschau Einheit Dresden Süd Einheit Berliner Bär DVP Berlin
1953 Chem. Weißwasser Wism. Frankenhausen Turb. Crimmitschau Einheit Berliner Bär Einheit Dresd. Süd Wiss. HU Berlin
1954 Dyn. Weißwasser Wism. Frankenhausen Einheit Berliner Bär Turb. Crimmitschau Motor Treptow Wiss. HU Berlin
1955 Dyn. Weißwasser SC Wism. K-Marx-St. SC Einheit Berlin Wiss. HU Berlin Turb. Crimmitschau SC Motor Berlin
1956 Dyn. Weißwasser SC Einheit Berlin SC Wism. K-Marx-St. SC Motor Berlin Dynamo Rostock SC Dyn. Berlin
1957 Dyn. Weißwasser SC Einheit Berlin SC Wism. K-Marx-St. SC Dynamo Berlin SC Motor Berlin Dynamo Rostock
1958 Dyn. Weißwasser SC Wism. K-Marx-St. SC Einheit Berlin SC Dynamo Berlin TSC Obersch'weide Dynamo Rostock
1959 Dyn. Weißwasser SC Dynamo Berlin SC Wism. K-Marx-St. ASK Vorw. Berlin TSC Obersch'weide Dynamo Rostock
1960 Dyn. Weißwasser SC Dynamo Berlin ASK Vorw. Berlin SC Wism. K-Marx-St. Dynamo Rostock TSC Obersch'weide
1961 Dyn. Weißwasser SC Dynamo Berlin SC Wism. K-Marx-St. ASK Crimmitschau SC Einheit Berlin Dynamo Rostock
1962 Dyn. Weißwasser SC Dynamo Berlin SC Wism. K-Marx-St. SC Einheit Berlin ASK Crimmitschau Dynamo Rostock
1963 Dyn. Weißwasser SC Dynamo Berlin ASK Crimmitschau SC Wism. K-Marx-St. SC Empor Rostock SC Einheit Berlin
1964 Dyn. Weißwasser SC Dynamo Berlin ASK Crimmitschau SC Karl-Marx-Stadt TSC Berlin SC Empor Rostock
1965 Dyn. Weißwasser SC Dynamo Berlin ASK Crimmitschau TSC Berlin SC Empor Rostock SC Karl-Marx-Stadt
1966 SC Dynamo Berlin Dynamo Weißwasser ASK Crimmitschau TSC Berlin SC Empor Rostock SC Turbine Erfurt
1967 SC Dynamo Berlin Dynamo Weißwasser ASK Crimmitschau SC Empor Rostock TSC Berlin SC Karl-Marx-Stadt
1968 SC Dynamo Berlin Dynamo Weißwasser ASK Crimmitschau SC Empor Rostock TSC Berlin SC Turbine Erfurt
1969 Dyn. Weißwasser SC Dynamo Berlin ASK Crimmitschau SC Empor Rostock TSC Berlin SC Turbine Erfurt
1970 Dyn. Weißwasser TSC Berlin SC Dynamo Berlin SC Empor Rostock ASK Crimmitschau SC Einheit Dresden

Die DDR-Meisterschaften ab 1971 sind auf wenig Platz beschrieben: In den Jahren 1976, 1977, 1978, 1979, 1980, 1982, 1983, 1984, 1985, 1986, 1987 und 1988 gewann der SC Dynamo Berlin vor Dynamo Weißwasser, in den Jahren 1971, 1972, 1973, 1974, 1975, 1981, 1989 und 1990 gewann Dynamo Weißwasser vor dem SC Dynamo Berlin. Weitere Platzierungen siehe DDR-Bestenermittlung.

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