
Der erste öffentliche Text von Matthias Opatz erschien 1969. An der Wandzeitung der Klasse 2b (Thema nicht überliefert). Schon mit neun Jahren wurde er Chedredaktuer seiner ersten eigenen Zeitung. Zugegeben, es war nur die Wandzeitung der 4b, und der Chefredakteur hieß eigentlich Wandzeitungsredakteur (und war Mitglied des Gruppenrats). Immerhin sind noch ein paar Themen erinnerlich: jeweils passende Jahreszeiten (konkrete Erinnerung: Text des Liedes “Kuckuck ruft’s aus dem Wald”), Altstoffsammeln, Olympische Winterspiele (1972 in Sapporo), Friedensfahrt, aber auch 1. Mai, Tag der Republik (die Republik hieß DDR) und Thälmanns Geburtstag.
Die Jahre vergingen. Viele Texte entstanden, in den 70ern für “Unser Stahl” und das Programmheft eines Fußball-Zweitligisten, in den 80ern für die eine Hochschulzeitung und diverse Lokalblätter, das alles nach Feierabend, ab 1990 dann hauptberuflich für (nicht nur) Tageszeitungen. Vieles lohnt nicht, bewahrt zu werden, anderes schon. In dieser Rubrik stehen einfach ein paar Dutzend Texte aus den zurückliegenden Jahrzehnten. Wen’s interessiert: Viel Spaß beim Stöbern. Wenn nicht: Kein Problem. Lesemuffel können ja Bilder angucken.
Zur Kategorie Alte Geschichten
geschrieben am 04.09.2007 um 00:23 Uhr
von mao
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Zwei deutsche Wasserballmeister begegnen sich 25 Jahre nach einem Europapokal-Duell, das nie stattfand
Von Matthias Opatz
Ein Text vom August 1999
Thüringen ist nicht das, was man eine Wasserball-Hochburg nennen darf. Die Vereine kann man fast an einer Hand abzählen, und die Aktiven kennen sich seit Jahren. So ist es schon verwunderlich, dass sich dieser Tage am Rande eines Langstreckenschwimmens in Stotternheim bei Erfurt
mit Horst Krüger und Frank Hesbacher zwei Thüringer Seniorenschwimmer erstmals begegneten und feststellten, dass sie nicht nur schlechthin alte Wasserballer sind, sondern beide einst so etwas wie Stars waren. Mehr noch: Jeder der beiden wurde schon einmal um die mögliche Teilnahme an Olympischen Spielen bebracht. An verschiedenen Seiten des eisernen Vorhangs. Ein Stück deutsche Sportgeschichte.
Zu genau der Zeit, als ein Musiker namens Horst Krüger in Berlin (Ost) Hits wie die „Tagesreise” landete, landete ein Wasserballer namens Horst Krüger in Berlin (West) sportliche Erfolge. In den siebziger Jahren war er mit Spandau 04 dreimal Deutscher Meister und dreimal Europapokalsieger.
„Anfang der 70er Jahre hätten wir auch Spandau 04 geschlagen, wenn wir nur gedurft hätten”, behauptet kühn Krügers Stotternheimer Gegenüber Frank Hesbacher aus Ernstthal am Rennsteig. Der war damals Profi bei Dynamo Magdeburg. Und das wiederum war die DDR-Nationalmannschaft, nachdem Ende der 60er Jahre alle anderen Leistungszentrem aufgelöst worden waren, darunter der SC Leipzig, von wo Hesbacher nach Magdeburg gekommen war. Damals mussten auch andere Sportarten über die sportpolitische Klinge springen, wurden geschrumpft (wie Eishockey) oder von der Förderung ganz ausgeschlossen (Hockey, Basketball). „So viele Leute für vielleicht eine Medaille passte nicht in den Medaillenspiegel, da wurden Schwimmen oder Kanu oder Eisschnellauf, wo ein einziger sogar mehrere Medaillen holen kann, dagegen mehr gefördert.” Weiterlesen »
geschrieben am 04.09.2007 um 00:17 Uhr
von mao
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Ob Quallen, Wellen, Riffe, Dreck: Ins Ziel!
Christian Hansmann (Erfurt) und die Leiden des Langstreckenschwimmens
Von Matthias Opatz
Ein Beitrag aus dem Jahr 2004, erschienen in der Zeitung Neues Deutschland (13 Mai 2004)
“Quäl dich, du Sau!”, hat Radprofi Udo Bölts vor Jahren seinem Mannschaftskollegen Jan Ullrich zugerufen, als die “Tort(o)ur de France” (es ging gerade die Berge im Vogesen hinauf) schon unerträglich schien. Dank eines zufällig in der Nähe stehenden Mikrofons ist der Spruch öffentlich geworden - und Kult. Jener Zufall bescherte auch weniger Sportinteressierten eine Ahnung vom Umgang im Ausdauersport. Denn was sich Leistungssportler, die beim Marathon über Grenzen gehen wollen, bei Training und Wettkampf nicht nur an Qualen, sondern auch an Worten zumuten, ist regelmäßig nicht druckreif. Weiterlesen »
geschrieben am 04.09.2007 um 00:16 Uhr
von mao
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Das Licht am Ende des Tunnels
Warum Crossläufer mitten im Winter in kurzen Hosen, aber mit Helm antreten
Von Matthias Opatz (Text und Fotos)
Ein Beitrag aus dem Jahr 1998, veröffentlicht in der Jungen Welt (17 Dez 1998)
Fluchtweg. So steht es weiß auf grünem Pfeil an den Wänden. Die Wände sind rauh, kristallin und schmecken nach Salz. Daraus sind sie auch. Das betrifft auch die Decke. Die ist nicht weniger als 700 Meter mächtig. Sport im Kalibergwerk.
Die Sportler: 111 Läufer aus ganz Deutschland, den Niederlanden und der Ukraine. Obwohl es Mitte Dezember ist und hoch droben die Fluren des Kyffhäuserkreises verschneit sind, haben alle kurze Hosen und Hemden an. Und einen Helm auf. Vorschrift ist Vorschrift. Weiterlesen »
geschrieben am 04.09.2007 um 00:15 Uhr
von mao
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Zwei Thüringer haben den Schweizer Gigathlon erlebt und erlitten
Von Matthias Opatz
Ein Beitrag vom Sommer 2002, veröffentlicht in der Zeitung Freies Wort (7 Aug 2002)
Können Sie, nur als Beispiel, einen Marathon laufen? Oder ein paar Kilometer schwimmen? Falls ja: Möchten Sie ihrem, nur angenommen, heutigen Marathon morgen ein zweiten folgen lassen? Und übermorgen nochmal?
»Mega - Giga - Gaga« überschrieb das Schweizer SPIEGEL-Pendant »FACTS« seinen Bericht zum Swisspower-Gigathlon, der dieser Tage fast 10′000 Teilnehmer sowie als Beobachter die halbe Schweiz für eine Woche fesselte. »Das allein durchzustehen, dafür muss man vielleicht wirklich ein bisschen gaga sein«, meint Matthias Schudera, aus dessen Bad Salzunger Schwimmverein TSV Allendorf zwei Frauen der Versuchung nicht widerstehen konnten - und wohl die einzigen Thüringer bei der kollektiven Grenzauslotung quer durch die Alpenrepublik waren. Weiterlesen »
geschrieben am 20.08.2007 um 23:11 Uhr
von mao
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Von Profisportlern der Schwarzburger Fürsten und jenen späteren Herrscher
„Sportwelten“: Thematische DDR-Kunst der 70er und 80er Jahre in Rudolstadt
Von Matthias Opatz (Text und Fotos)
Ein Beitrag aus dem Jahr 1999, erschienen in der Zeitschrift Thüringen-Sport
Schweiß, Keuchen und pochender Puls in heiligen Hallen. Auch Anmut, Konzentration. In den Nachbarräumen prunken Kleinodien des Rokoko und Barock; hier das, was einst sozialistischer Realismus in der bildenden Kunst sein sollte oder wollte. Sport in Öl, Kreide und Bronze auf Schloß Heidecksburg in Rudolstadt.
Augenzwinkernd nimmt Horst Fleischer, Direktor des das Schloß ausfüllenden Thüringer Landesmuseums, ob des vermeintlichen Stilbruchs skeptischen Journalisten den Wind aus den Segeln. „Schon im 18. Jahrhundert haben sich die Schwarzburger Fürsten einen Profisportler geleistet“, sagt Fleischer. Der war ein Läufer, bestimmt, als Bote Nachrichten zu überbringen. Und zwar schneller als ein Pferd. Und weil dies Ausdauer voraussetzt, mussten die Bewerber in einem Wettstreit um die Stelle laufen. Fleischer nennt den Platz, um den gelaufen wurde. Ortskundige nicken wissend. Weiterlesen »
geschrieben am 20.08.2007 um 22:27 Uhr
von mao
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Immer Ostern erlebt das britische Tinsley Green Murmel-Weltmeisterschaften - seit 1932
Von Matthias Opatz (Text) und Olaf Ittershagen (Fotos)
Ein Text aus dem Jahr 1997, u. a. veröffentlicht im Freien Wort
Colin macht heute für alle den Sandmann. Während sich Colin über den Centre Court beugt und gelben Kies aus einem Eimer sorgfältig siebt, stellen die Wirtsleute des Greyhound Pubs noch Stühle raus. Die verwitterten Farbmarkierungen zwischen den Stühlen verraten: Sonst ist hier ein Parkplatz. Das, was sie den Centre Court nennen, ist eine leicht erhöhte Betonscheibe mitten drauf, 1,83 Meter im Durchmesser. Sechs weitere davon gibt es auf der Wiese hinter dem Pub. Einmal im Jahr, am Karfreitag, erlebt das britische Provinznest Tinsley Green (West Sussex) eine Weltmeisterschaft, korrekt gesagt: Britische und Weltmeisterschaften. Im Murmeln. Für erwachsene Männer und Frauen. Weiterlesen »
geschrieben am 20.07.2007 um 00:26 Uhr
von mao
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